Johanniterburg Kühndorf

Im kleinen Thüringer Ort Kühndorf, am Fuße des Dolmars, befindet sich die einzige im deutschsprachigen Raum erhaltene Johanniterburg. Was schon für sich genommen ungewöhnlich ist, da der Johanniterorden keinerlei militärische Bedeutung hier hatte.

Im Jahre 1274 wird erstmalig eine Burg, im Besitz der Grafen von Henneberg erwähnt. Von dieser sind noch Reste in der heutigen Burg zu sehen. Es sind der Stumpf des Bergfrieds mit Buckelquadern aus der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts und in den Wänden verbaute Spolien zu sehen. 1315 wurde diese Burg aber abgerissen und durch den Neubau des Johanniterordens ersetzt.

1291 trat Berthold der VI., der ältere Bruder von Berthold dem Weisen,  in den Johanniterorden ein und bekleidete dort hohe Ämter. Der Berg Domar wurde 1315 von Berthold der Weise an seinen Bruder Berthold VI. und dem Johanniterorden verkauft, des weiteren umliegende Dörfer und vor allem die Burg Kühndorf mit der Genehmigung, dort eine neue Burg zu errichten. Die Johanniterburg wurde als Kastell aus zwei Breitwohntürmen angelegt.

Nachdem Tod Berthold VI. und sein Neffe Berthold VIII, der als Großprior der Deutschen Zunge auch auf der Johanniterburg Kühndorf lebte, hatte der Johanniterorden jedes Interesse an der Burg verloren. Die Burg steht zum Verkauf und wird schließlich unter den verschiedenen Interessenten aufgeteilt. Georg I. von Henneberg-Römhild kaufte 1444  schließlich alle Anteile auf und begann die Burg zu modernisiert für eine Verteidigung mit Feuerwaffen, indem er eine Zwingeranlage mit fünf Türmen um die Burg legen ließ.

Mit Hermann VIII. starb die Römhilder Linie 1549 aus und die Johanniterburg Kühndorf ging in den Besitz der Linie Henneberg-Schleusingen über. Wilhelm IV. von Henneberg-Schleusingen ließd ein Amtsgericht für die umliegenden Dörfer in Kühndorf eingerichtet. Sein Sohn Georg Ernst verlegte 1569 für kurze Zeit seine Residenz auf die Johanniterburg Kühndorf. 1583 stirbt mit Georg Ernst von Henneberg-Schleusingen das Geschlecht aus.

1583 erbten die Herzöge zu Sachsen das Henneberger Land, die in Kühndorf nur noch den Verwaltungs- und Gerichtssitz des Amtes Kühndorfhatten, so dass die Johanniterburg in einen Dornröschenschlaf fiel. Der Charakter der Spätgotik blieb auch durch kleinere Umbauten erhalten. BeimWiener Kongress 1815 wird das Amt Kühndorf an Preußen abgetreten und gehörte fortan zur Provinz Sachsen.

Heute befindet sich die Burg in privat Besitz und ist von März – Oktober zu Besichtigungen zugänglich. Des weiteren werden Hochzeiten und diverse andere Festlichkeiten ausgerichtet.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.