Archäologischer Wanderweg von Wichtshausen zur Langen Bahn

Beschildert ist der Wanderweg ab dem Hohlweg am Fuße des Buchberges in der Nähe von Wichtshausen.
Mein Startpunkt war jedoch der Parkplatz am Marktkauf in Suhl-Mäbendorf.
Von dort bin ich mit dem Bus nach Wichtshausen gefahren und an der ersten Haltestelle ausgestiegen. Nun muss man die Hauptstraße überqueren und die gegenüberliegende Seitenstraße Richtung Wald laufen. Nach der Brücke biegt man links ab und folgt dem Weg weiter. Nach ungefähr 10 Minuten erreicht man den Beginn des Hohlweges, der Startpunkt des Wanderweges ist.

Der Wanderweg wird durch eine stilisierte Urne gekennzeichnet.



Zu beginn geht es einige Zeit leicht Bergauf durch den Hohlweg, bis man nach ca 20 Minuten einen Köhlerplatz erreicht. Dazu muss man aber auch einige Pfadfinderkenntnisse haben, den kurz vor dem Köhlerplatz, steht man vor einer Blätterwand. Den Gedanken da hindurch zu laufen, muss man erst einmal bekommen.
Der Köhlerplatz als solches ist leider überhaupt nicht zu erkennen, das Schild könnte an jedem anderen Punkt des Waldes auch stehen.

Weiter geht es sachte Bergauf und 15 Minuten später gibt es ein Gräberfeld, bestehend aus 2 Hügelgräbern. Diese befinden sich in etwa 50m links vom Weg im Wald.
Wobei ich sagen muss, das ich die Erhebungen im Normalfall nicht als Hügelgräber erkannt hätte.

Nun näherte ich mich meinem Hauptziel der Wanderung, einer urgeschichtlichen Wallanlage auf der Silbachhöhe, die man zeitlich noch nicht einordnen kann. Nun ich konnte noch nichteinmal die auf der dort vorhandenen Informationstafel beschriebene Anlage erkennen. Darüber war ich schon sehr enttäuscht. In dieser Wallanlage soll sich die Überreste einer mittelalterlichen Kapelle befinden, die dem heiligen Laurentius geweiht war. Weiterhin befinden sich 2 Hügelgräberfelder in  der nähe, die der mittleren Bronzezeit (1600-1200 vor Christus) datiert sind.

Wenn man nun dem Weg weiter folgt, erreicht man 10 Minuten später eine Hügelgräberanlage am Schmeheimer Berg. Diese wurden in die mittlere Bronzezeit um 1500 v. Chr. datiert. In der nächsten dreiviertel Stunde gibt es keine weiteren historischen Orte zu sehen.

Ein historischer Grenzstein ist der nächste geschichtsträchtige Hinweis der Gegend. Die Aufschrift lautet: Kp für Koppel, Koppelhut, gemeinsame Hut; H für Heinrichs; M für Mäbendorf; M für Marisfeld; O für Oberstadt; S für Schmeheim.

Von dem Grenzstein aus sind es noch eine gute viertel Stunde bis zur Langen Bahn, die auch den Endpunkt des Wanderweges darstellt.

Die Lange Bahn wurde von den Hennebergischen Grafen an den Johanniterorden übereignet und hatte die Privilegien des Braurechtes und der kleinen Jagd.
1825 wurde er auf Veranlassung der preußischen Regierung abgebrochen.

Von der Langen Bahn muß man nun allerdings noch zu dem Ausgangspunkt, Parkplatz am Marktkauf, zurück. Dies dauert noch einmal eine knappe Stunde. Zusammen hat man dann in etwa 12 km zurückgelegt und dafür ca 4,5 Stunden gebraucht.

Und alleine ist man eigentlich auch nie im Wald unterwegs.

Positiv an diesem Wanderweg wäre:

– durch sein Geländeprofil ist er auch gut für Anfänger geeignet
– zu 90% ein gut ausgebauter Wanderweg
– 6 Rettungspunkte, Stellen an denen Notrufnummern angebracht sind und durch   Krankenwagen angefahren werden können.
– 2 Schutzhütten

als Negativ wäre zu nennen:

-gerade im ersten viertel des Weges gibt es 2 Stellen an denen der Bewuchs den Wanderweg unkenntlich macht
– die Beschilderung der archäologischen Bodenfunde könnte im letzten Teil des Weges verbessert werden
– die urgeschichtliche Wallanlage ist als solche nicht zu erkennen

2 Gedanken zu „Archäologischer Wanderweg von Wichtshausen zur Langen Bahn“

  1. Hallo Karsten,
    erstmal gratuliere ich Dir zu Deinem neuen Blog über das Wandern in Thüringen.
    Die Idee dazu finde ich sehr gut. Der Anfang ist gemacht – prima! Bleib´ dran und mach´ wieter so!
    Übrigens bin ich diesen Weg vor vielen, vielen Jahren schon mal gelaufen. Durch Deinen Artikel bin ich inspiriert worden, bei nächster Gelegenheit die Tour nochmal zu machen. Also, danke für den Tipp.
    (Ich werde Dir davon berichten.)

    Hannes

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