Rundwanderweg zur Steinsburg

Nun ist der Winter endlich vorbei und die Zeit für Wanderungen hat wieder begonnen. Mein erstes Ziel in diesem Jahr ist die Steinsburg bei Suhl. Nun darf man sich darunter keine Mittelalterliche Burg vorstellen, die Steinsburg ist ein alter Basaltsteinbruch an einem ehemaligen Vulkan.

Der Weg beginnt in Suhl-Neundorf hinter der 1763 errichteten Kirche. Dort steht auch ein altes Steinkreuz.

Das Steinkreuz hat eine lateinische Kreuzform mit den rechtwinklig gekreuzten Balken und einem verlängerten Schaft. Was genau dieses Kreuz bedeutet ist nicht bekannt, es gibt dazu verschiedene Überlieferungen. Die eine besagt das hier Kroaten erschlagen worden sind und die andere, das ein Fremder hier begraben liegt.

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Waffenmuseum Suhl

Das Waffenmuseum in Suhl liegt mitten im Stadtzentrum. Es ist neben dem dahinter liegenden Fachwerkbau, das einzigste Gebäude welches aus dem alten Stadtkern noch erhalten ist.

Die über 3 Etagen angelegte Ausstellung, bietet einblick in die über 600 Jahre dauernde Fertigung von Handfeuerwaffen in Suhl. Auf 1000 m² Ausstellungsfläche, sind 460 Waffen und zahlreiche andere Exponate zu sehen.

Hinzu kommen immer einmal wieder Ausstellungen zu anderen Themengebieten. Alles in allem ein wirklich Sehenswerter Ort für Interessenten der Geschichte rund um die Waffenproduktion in Suhl und überhaupt.

Archäologiepfad bei Belrieth

Da ich beim Wandern gerne ein Ziel habe und mich für die Ur- und Frühgeschichtliche Besiedlung meiner Heimat interessiere, habe ich mich entschlossen den Archäologiepfad  bei Belrieth zu begehen. Dieser wurde 2006 eröffnet. Belrieth ist eine kleine Gemeinde zwischen Meiningen und Hildburghausen direkt an der Werra gelegen.

Hinweise auf den Wanderweg sind mir leider beim Einfahren in den Ort nicht aufgefallen. Von Meiningen kommend muss man links über die kleine Steinbrücke fahren und danach sich rechts halten. Man fährt dann einfach bis zu den letzten Häusern bzw vor den Bahnübergang und sucht sich da eine Abstellmöglichkeit für den PKW.

Der Weg wird durch einen Holzpfahl mit einer roten Spitze markiert. Am beginn des Weges ist der Pfahl mit 3 Farben markiert, da es von hier aus zu 3 Wanderwegen losgeht. Die ersten 50 Minuten ging es auf einem befestigten Weg immer leicht Bergauf. Zum ende hin wurde es dann etwas steiler ,lies sich aber trotzdem gut laufen. Der großteil dieser Strecke führte unter Bäumen entlang, so das auch die Sonne nicht all zu sehr störrte.

Von nun ab wechselte das Streckenprofil von ebenen Teilen zu gefäll  und wieder kleineren Stiegen. Nach 10 Minuten erreicht man den Hofteich. Der Hofteich wurde das erstemal 1169 urkundlich erwähnt und gehörte zum bischöflichen Besitz Würtzburg. Seine wechselvolle Geschichte endete zu DDR Zeiten als die noch vorhandenen Gebäude aufgegeben wurden. Die Hofteichscheune wurde in den 1980 iger Jahren abgebaut und in Kloster Veßra wieder aufgebaut wo sie heute noch zu besichtigen ist. Den Standort des Hofteiches und seine Geschichte wird durch eine Schautafel vor Ort gekennzeichnet.Dem Weg weiter folgend erreicht man nach ca weiteren 15 Minuten den ehemaligen Grenzweg zwischen Belrieth, Dillstädt und Rohr. Der Grenzweg verläuft entlang des Bergrückens und ist durch 3 Grenzsteine markiert. Leider sind die auf der Info Tafel erwähnten Grenzsteine nur noch zu erahnen bzw in keinem guten Zustand. Aber man findet entlang diesem Grenzweg auch noch jede Menge gut erhaltener Grenzsteine.

 

 

 

 

 

 

 

Dem Grenzweg weitergehend erreicht man 15 Minuten später die erste Hügelgräberanlage. Sie wurde der Bronzezeit zugeordnet ca 1600 bis 1200 v.u.Z. Doch meine Entäuschung war schon groß, zu sehen war nix. Es gab zwar ein paar kleinere Hügel überwachsen von Bäumen und Buschwerk aber als Gräberfeld war das für mich nicht zu erkennen. Nun so lief ich weiter und mein nächstes Ziel erreichte ich nach weiteren 35 Minuten, das Hügelgräberfeld an der Brandleite. Leider mit dem selben Ergebnis, ich habe nix gesehn. Das Steinkreuz von 1610 welches sich dort befindet, habe ich leider auch nicht entdeckt. Also ging es weiter und nach 25 Minuten erreichte ich das Halsberger Loch, ein geologisches Denkmal. 45 Minuten später bin ich wieder am Ausgangspunkt meiner Wanderung angekommen.

Positiv aus meiner Sicht ist:

- landschaftlich sehr schön angelegter Wanderweg
- verschiedene Rastmöglichkeiten durch aufgestellte Bänke und Tische
- groß teils gut Ausgebauter Wanderweg und gute Markierung

Negativ zu nennen wäre:

- die Hügelgräberfelder, sind als solche nicht zu erkennen
- es soll noch eine befestigte Siedlungsanlage existieren, diese ist aber nicht ausgeschildert oder die Beschilderung ist entfernt worden
- gerade der geschichtliche Aspekt dieses Wanderweges sollte besser zur Geltung kommen aber in Zeiten knapper Kassen ist für die Geschichte einfach nichts da, leider

Johanniterburg Kühndorf

Im kleinen Thüringer Ort Kühndorf, am Fuße des Dolmars, befindet sich die einzige im deutschsprachigen Raum erhaltene Johanniterburg. Was schon für sich genommen ungewöhnlich ist, da der Johanniterorden keinerlei militärische Bedeutung hier hatte.

Im Jahre 1274 wird erstmalig eine Burg, im Besitz der Grafen von Henneberg erwähnt. Von dieser sind noch Reste in der heutigen Burg zu sehen. Es sind der Stumpf des Bergfrieds mit Buckelquadern aus der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts und in den Wänden verbaute Spolien zu sehen. 1315 wurde diese Burg aber abgerissen und durch den Neubau des Johanniterordens ersetzt.

1291 trat Berthold der VI., der ältere Bruder von Berthold dem Weisen,  in den Johanniterorden ein und bekleidete dort hohe Ämter. Der Berg Domar wurde 1315 von Berthold der Weise an seinen Bruder Berthold VI. und dem Johanniterorden verkauft, des weiteren umliegende Dörfer und vor allem die Burg Kühndorf mit der Genehmigung, dort eine neue Burg zu errichten. Die Johanniterburg wurde als Kastell aus zwei Breitwohntürmen angelegt.

Nachdem Tod Berthold VI. und sein Neffe Berthold VIII, der als Großprior der Deutschen Zunge auch auf der Johanniterburg Kühndorf lebte, hatte der Johanniterorden jedes Interesse an der Burg verloren. Die Burg steht zum Verkauf und wird schließlich unter den verschiedenen Interessenten aufgeteilt. Georg I. von Henneberg-Römhild kaufte 1444  schließlich alle Anteile auf und begann die Burg zu modernisiert für eine Verteidigung mit Feuerwaffen, indem er eine Zwingeranlage mit fünf Türmen um die Burg legen ließ.

Mit Hermann VIII. starb die Römhilder Linie 1549 aus und die Johanniterburg Kühndorf ging in den Besitz der Linie Henneberg-Schleusingen über. Wilhelm IV. von Henneberg-Schleusingen ließd ein Amtsgericht für die umliegenden Dörfer in Kühndorf eingerichtet. Sein Sohn Georg Ernst verlegte 1569 für kurze Zeit seine Residenz auf die Johanniterburg Kühndorf. 1583 stirbt mit Georg Ernst von Henneberg-Schleusingen das Geschlecht aus.

1583 erbten die Herzöge zu Sachsen das Henneberger Land, die in Kühndorf nur noch den Verwaltungs- und Gerichtssitz des Amtes Kühndorfhatten, so dass die Johanniterburg in einen Dornröschenschlaf fiel. Der Charakter der Spätgotik blieb auch durch kleinere Umbauten erhalten. BeimWiener Kongress 1815 wird das Amt Kühndorf an Preußen abgetreten und gehörte fortan zur Provinz Sachsen.

Heute befindet sich die Burg in privat Besitz und ist von März – Oktober zu Besichtigungen zugänglich. Des weiteren werden Hochzeiten und diverse andere Festlichkeiten ausgerichtet.

 

 

Schloss Bertholdsburg zu Schleusingen

Die Bertholdsburg ist das Wahrzeichen der kleinen thüringischen Stadt Schleusingen an Nahe, Erle und Schleuse.

Die Burg wurde zwischen 1226 und 1232 unter Poppo VII. von Henneberg (1190-1242) auf einem Sandsteinplateau erbaut.

Seit 1274 diente die Bertholdsburg über 3 Jahrhunderte lang als Sitz und Residenz der Grafen von Henneberg – Schleusinger Linie. Ihren Namen erhielt die Burg nach Berthold VII. (1284-1340), dem bedeutendsten der Grafen von Henneberg im Mittelalter. Unter nachfolgenden Henneberger Herrschern wurde an der Bertholdsburg weiter Um- und Ausgebaut. Auch heute noch kann man den Wallgraben, die Ringmauer, Zugbrücke, Bergfried und Ziehbrunnen der früheren Burganlage nachempfinden. Das vorhanden sein von Turmverlies, Rittersälen und Schießscharten lassen an eine einst stark befestigte Burg erinnern. Ab dem 16. Jahrhundert erfolgte aber ein immer stärker werdender Umbau zu einem Renaissanceschloß. Das Henneberger Wappen ist über dem Renaissanceportal des Hauptturms zu sehen, schwarze Henne auf grünem Berg in gelbem Feld. Dies Wappen ist bis heute Bestandteil des Stadtwappens von Schleusingen.

Heute beherbergt das Schloss Bertholdsburg eine sehr interessante Naturhistorische Ausstellung.

              

Archäologischer Wanderweg von Wichtshausen zur Langen Bahn

Beschildert ist der Wanderweg ab dem Hohlweg am Fuße des Buchberges in der Nähe von Wichtshausen.
Mein Startpunkt war jedoch der Parkplatz am Marktkauf in Suhl-Mäbendorf.
Von dort bin ich mit dem Bus nach Wichtshausen gefahren und an der ersten Haltestelle ausgestiegen. Nun muss man die Hauptstraße überqueren und die gegenüberliegende Seitenstraße Richtung Wald laufen. Nach der Brücke biegt man links ab und folgt dem Weg weiter. Nach ungefähr 10 Minuten erreicht man den Beginn des Hohlweges, der Startpunkt des Wanderweges ist.

Der Wanderweg wird durch eine stilisierte Urne gekennzeichnet.


Zu beginn geht es einige Zeit leicht Bergauf durch den Hohlweg, bis man nach ca 20 Minuten einen Köhlerplatz erreicht. Dazu muss man aber auch einige Pfadfinderkenntnisse haben, den kurz vor dem Köhlerplatz, steht man vor einer Blätterwand. Den Gedanken da hindurch zu laufen, muss man erst einmal bekommen.
Der Köhlerplatz als solches ist leider überhaupt nicht zu erkennen, das Schild könnte an jedem anderen Punkt des Waldes auch stehen.

Weiter geht es sachte Bergauf und 15 Minuten später gibt es ein Gräberfeld, bestehend aus 2 Hügelgräbern. Diese befinden sich in etwa 50m links vom Weg im Wald.
Wobei ich sagen muss, das ich die Erhebungen im Normalfall nicht als Hügelgräber erkannt hätte.

Nun näherte ich mich meinem Hauptziel der Wanderung, einer urgeschichtlichen Wallanlage auf der Silbachhöhe, die man zeitlich noch nicht einordnen kann. Nun ich konnte noch nichteinmal die auf der dort vorhandenen Informationstafel beschriebene Anlage erkennen. Darüber war ich schon sehr enttäuscht. In dieser Wallanlage soll sich die Überreste einer mittelalterlichen Kapelle befinden, die dem heiligen Laurentius geweiht war. Weiterhin befinden sich 2 Hügelgräberfelder in  der nähe, die der mittleren Bronzezeit (1600-1200 vor Christus) datiert sind.

Wenn man nun dem Weg weiter folgt, erreicht man 10 Minuten später eine Hügelgräberanlage am Schmeheimer Berg. Diese wurden in die mittlere Bronzezeit um 1500 v. Chr. datiert. In der nächsten dreiviertel Stunde gibt es keine weiteren historischen Orte zu sehen.

Ein historischer Grenzstein ist der nächste geschichtsträchtige Hinweis der Gegend. Die Aufschrift konnte ich leider nicht lesen und ein Hinweisschild existiert da leider nicht bzw nicht mehr.

Von dem Grenzstein aus sind es noch eine gute viertel Stunde bis zur Langen Bahn, die auch den Endpunkt des Wanderweges darstellt.

Die Lange Bahn wurde von den Hennebergischen Grafen an den Johanniterorden übereignet und hatte die Privilegien des Braurechtes und der kleinen Jagd.
1825 wurde er auf Veranlassung der preußischen Regierung abgebrochen.

Von der Langen Bahn muß man nun allerdings noch zu dem Ausgangspunkt, Parkplatz am Marktkauf, zurück. Dies dauert noch einmal eine knappe Stunde. Zusammen hat man dann in etwa 12 km zurückgelegt und dafür ca 4,5 Stunden gebraucht.

Und alleine ist man eigentlich auch nie im Wald unterwegs.

Positiv an diesem Wanderweg wäre:

- durch sein Geländeprofil ist er auch gut für Anfänger geeignet
- zu 90% ein gut ausgebauter Wanderweg
- 6 Rettungspunkte, Stellen an denen Notrufnummern angebracht sind und durch   Krankenwagen angefahren werden können.
- 2 Schutzhütten

als Negativ wäre zu nennen:

-gerade im ersten viertel des Weges gibt es 2 Stellen an denen der Bewuchs den Wanderweg unkenntlich macht
- die Beschilderung der archäologischen Bodenfunde könnte im letzten Teil des Weges verbessert werden
- die urgeschichtliche Wallanlage ist als solche nicht zu erkennen